Google: die schlaue Microsoftversion

08.Juli 2008

Die Vormachtstellung von Google im Bereich der Suchmaschinen ist bereits monopolverdächtig, dennoch beteuert das Unternehmen, dass es aus den Fehlern von Microsoft gelernt habe und deshalb die Regeln einhalten werde. Marktbeobachter schlagen dennoch bereits jetzt Alarm.Die schnelle Entwicklung von Google wird oft mit der von Microsoft verglichen. Damals war Microsoft das Unternehmen, das quasi aus dem Nichts mit Hilfe gekonnter Nutzung von Netzwerken und strategischen Partnerschaften in den Himmel wuchs. Was Microsoft mit der IT-Revolution gelang, gelang Google mit der Internet Revolution und so dominiert Google mehr oder weniger das Internet. Die New York Times meint, dass sich der Werdegang der beiden Unternehmen sehr ähnle Google dabei aber einen etwas anderen Weg gegangen sei, um zum gleichen Ziel zu gelangen.

Einer der wesentlichsten Unterschiede zu Microsoft besteht darin, dass Google überaus anpassungsfähig ist. Diese Anpassungsfähigkeit ist auch nötig, denn anders als damals, kann Google nicht auf die gleichen Mittel zurückgreifen wie einst Windows, damit die Kunden an die Marke bzw. an das Unternehmen gebunden werden. Die Produkte von Google sind kostenlos und für jedermann frei zugänglich. Die Software basiert dabei auf Open-Source-Entwicklungen. Daher muss sich der Suchmaschinenriese ständig an die Bedürfnisse der Kunden anpassen, damit der Marktanteil von über 60 Prozent auch gehalten werden kann. Diese Anpassungsfähigkeit lässt sich Google auch einiges kosten, so sind im Unternehmen zahlreiche Programmierer, Entwickler und Rater damit beschäftigt, das Angebot der Suchmaschine ständig zu verbessern und der Konkurrenz immer einen Schritt voraus zu sein.

Google profitiert vor allem vom Schneeballeffekt. Es steht jedem frei die Dienste von Google in Anspruch zu nehmen. So kann jeder frei entscheiden, ob er Gmail, oder die Google Suche verwendet. Wird der User, der mit Google Anwendungen arbeitet allerdings zufriedengestellt, wird dieser aller Voraussicht nach auch bei diesen Anwendungen bleiben und diese auch weiterempfehlen. Googles Leitspruch ist „don’t be evil”, welcher auch im Zusammenhang mit der Kundengewinnung eine große Rolle spielt. Klar ist aber auch, dass derjenige, der den Markt beherrscht, nicht nur Gutes tun wird. Allerdings betont das Unternehmen immer wieder, dass man aus den Kartellrechtsverletzungen von Microsoft gelernt habe und deshalb nicht die gleichen Fehler begehen wird.

Diese schönen Worte kommen allerdings nicht bei jedem Marktbeobachter und Analysten an. Vor allem die kürzlich vereinbarte Zusammenarbeit mit Yahoo! gerät immer mehr ins Kreuzfeuer der Kritik. Das Anzeigengeschäft von Google sei viel zu undurchsichtig, weshalb man eine doch böse werdende Suchmaschine Google, die die Preise für die Textanzeigen erhöht, kaum erkennen könne.

Nicht zu letzt aus diesen Gründen steht Google unter der Beobachtung der amerikanischen und europäischen Kontrollbehörden. Das Problem ist vor allem, dass es neuen Firmen kaum möglich sei neben Google im Suchmaschinensektor Fuß zu fassen.

Google wird in Zukunft also auf jeden Schritt genau acht geben müssen, denn es gibt viele, die nur auf einen Fehltritt des Riesen warten.

Artikel gespeichert unter: Google News

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