Facebook wird stärker in Bing Suche integriert

20.Mai 2011

Am Markt der Suchmaschinen ist Google nach wie vor die unumstrittene Nummer Eins. Microsoft hat – zumindest im Suchgeschäft – das Nachsehen, weshalb der Softwareriese bekanntlich keine Möglichkeit auslässt, Google User abspenstig zu machen. Bereits vor einiger Zeit hat Microsoft in diesem Zusammenhang für seine Suchmaschine Bing spezielle Vereinbarungen mit den beiden größten sozialen Netzwerken Facebook und Twitter getroffen, welche dabei helfen sollen, sich von Google stärker abzusetzen. Vor allem die Allianz zwischen Microsoft und Facebook sorgt in letzter Zeit immer häufiger für Schlagzeilen.

Es war also nur eine Frage der Zeit, bis Microsoft Daten aus einem der sozialen Netzwerke in seine Suchmaschine integrieren würde. So ist es nun offiziell, dass in Zukunft verstärkt die Meinungen von Facebook Freunden bei der Suche mit Bing berücksichtigt werden sollen. Die „Soziale Suche“ soll im Kampf um Marktanteile das neue Erfolgsrezept sein.

Vorgestellt wurde das Ganze im offiziellen Microsoft Blog, wo gleich zu Beginn mit einer Umfrage die Dringlichkeit der Neuerung unterstrichen wurde. Laut dieser Umfrage würden nämlich rund 90 Prozent der Internet User Familie und Freunde zurate ziehen, bevor diese eine Entscheidung treffen. Die neue Funktion biete genau diesen Usern die Möglichkeit, direkt mit ihren engsten Vertrauten gemeinsam eine Entscheidung zu fällen. Sucht ein User beispielsweise nach einem Kochrezept, kann er sich anzeigen lassen, welches davon besonders beliebt ist – so eines der zahlreich angeführten Beispiele. Darüber hinaus kann direkt bei der Suche auch mit Facebook Freunden kommuniziert werden. Passende Angebote von Facebook und dort werbenden Firmen sollen diese Funktion zusätzlich abrunden.

Google vs. Facebook

Doch welche Probleme haben eigentlich Google und Facebook miteinander? Das Hauptproblem liegt wohl im riesigen Datenvolumen begraben, welches sowohl der Suchmaschinenriese als auch das soziale Netzwerk massenweise sammelt. Hinzu kommt die starke Nutzung beider Internet Angebote, was allein schon für Konkurrenz sorgt. Das Hauptgeschäft von Google besteht bekannterweise daraus, Anzeigen „Google AdWords“ in den Suchergebnissen neben und oberhalb der organischen Suchergebnisse auszuliefern. Auch Facebook wird über kurz oder lang versuchen, effektiver und vor allem mehr Geld mit seinem Dienst machen zu können. Wahrscheinlich ist für die beiden Riesen jeweils nur Platz für einen, weshalb sie weder User noch Daten miteinander teilen möchten.

Bing & Facebook = eine gute Sache?

Bleibt die Frage ob das Ganze zukunftsträchtig ist oder nur ein verzweifelter Versuch irgendwie an Google heranzukommen? Natürlich kann das niemand mit Sicherheit sagen. Tatsache ist allerdings, dass Facebook derzeit zu den weltweit beliebtesten Internet Angeboten gehört. Eine weitere Tatsache ist, dass Microsoft nahezu unendlich viele Geldreserven hat und den Markt vielleicht gar nicht sofort übernehmen will. Es könnte viel eher der Fall sein, dass der Konzern auf einen Fehler von Google wartet, um schließlich zu attackieren.

Wie dem auch sei könnte die soziale Suche wirklich dazu beitragen, bessere Suchergebnisse zu liefern. Microsoft arbeitet in diesem Zusammenhang nämlich auch noch an einem anderen Projekt: dem Projekt „Emporia“. Dabei handelt es sich im Prinzip um eine selbstlernende Suchmaschine, welche von einem 5köpfigen Team in Cambridge vorangetrieben wird. Ziel ist es genau das in den Suchergebnissen an den vordersten Plätzen zu listen, was auch ein realer User dort hingesetzt hätte. Hierfür werden unter anderem auch Daten von Facebook und Twitter analysiert und ausgewertet. Bereits jetzt gibt es einen Prototypen für das Windows Phone 7. Ob das Ganze in Zukunft dann aber auch das halten werden kann, was es verspricht, bleibt offen – schließlich möchte jede Suchmaschine genau das auf Platz 1 stehen haben, was auch ein User auf Platz 1 gewählt hätte.

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