Datenschützer kritisieren Suchmaschinen

10.Juni 2008

Ein besonderer Dorn im Auge ist den Datenschützern die Art und Weise, wie Userdaten bei Suchanfragen gespeichert werden. Es wird schon seit einiger Zeit von Suchmaschinen praktiziert, dass Userdaten ohne rechtliche Grundlage und ohne der ausdrückliche Zustimmung des Nutzers von Suchmaschinen gespeichert und abgeglichen werden. Aus diesen Userdaten ist es dann mögliche Persönlichkeitsprofile der User zu erstellen, welche dann für verschiedenste marketingtechnische Zwecke verwendet werden können. Zum Beispiel mit maßgeschneiderter Werbung, die genau auf die Präferenzen des Nutzers abgestimmt sind und die Weitergabe an andere Firmen.Um den Menschen nicht vollkommen zum „gläsernen” Menschen zu machen, hat aus diesem Grund die Arbeitsgruppe „Datenschutz” der Europäischen Union in ihrem Artikel die Forderung gestellt, dass solche persönlichen Daten von Suchmaschinen nur noch im mindestmöglichen Ausmaß gespeichert werden dürfen.

Robert Beens, der CEO von ixquick (einer Suchmaschine), gibt zu, dass fast alle in der Theorie möglichen Praktiken in der Praxis auch angewandt werden.

Im Bereich des Datenschutzes gibt es aber erhebliche Unterschiede zwischen den USA und Europa. In Europa wird von Seite der Politik schon lange gegen Datenmissbrauch im Internet vorgegangen, während dies in den USA noch kein politisches Interesse erweckt hat.

Ein großes Problem stellt auch die Leichtsinnigkeit der Internet-Nutzer dar. Viele User sind unerfahren und wissen meist gar nicht, was mit ihren persönlichen Daten passiert und geben sie aus diesem Grund auch ohne groß nachzudenken her. Wüssten die Nutzer allerdings, so Beens, was mit ihren Daten alles gemacht wird, würden sie diese nicht so leicht Preis geben, davon ist er überzeugt.

Google zum Beispiel, speichert Userdaten nach eigenen Angaben 18 Monate lang. Im Gegensatz dazu versichert Beens, dass bei ixquick userbezogene Informationen nach 48 Stunden komplett gelöscht werden, User nicht mit Cookies „markiert” werden und dass die Daten auch nicht an Dritte weitergegeben werden. Dass Cookies häufig benötigt werden, um den Dienst der Suchmaschinen so gut wie möglich gestalten zu können, ist für Beens auch kein stichhaltiges Argument. Denn meist werden Cookies nicht nur zur Speicherung der persönlichen Einstellungen abgelegt, sondern vielmehr zur eindeutigen Identifizierung des Nutzers, was keine Berechtigung habe.

Ixquick ist eine Meta-Suchmaschine, die aus elf der „besten” lokalen und internationalen Suchmaschinen die Ergebnisse herausfiltert. Ixquick finanziert sich durch Werbeeinschaltungen (ähnlich wie bei Google), die neben normalen Suchergebnissen angezeigt werden.

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