Werbung ist vielen Usern ein Dorn im Auge. Dabei geht es den meisten nicht einmal um die Werbung selbst, sondern um das Ausmaß in dem sich Nutzer tagtäglich im Internet mit Werbung konfrontiert sehen. Viele Seiten haben mittlerweile mehr Werbung als eigenen Content, was für User besonders dann ärgerlich ist, wenn sich solche Seiten weit vorne in den Suchergebnissen befinden.
Die Aufgabe einer Suchmaschine ist es, den Usern die Suchergebnisse auszuliefern, die sie an dieser Stelle für ihre Suchanfrage sehen möchten. Dazu gehört auch, den Wünschen und Vorstellungen der User nachzukommen – nicht zuletzt auch in Sachen „Werbeflut“. Bereits seit Langem versucht Google in diesem Zusammenhang beispielsweise das „MFA“-Problem zu bekämpfen. Unter dem Begriff MFA (Made For AdSense) werden Seiten zusammengefasst, die fast ausschließlich aus Google AdSense bestehen. Meist ist das einzige Ziel möglichst viel Traffic zu generieren, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass ein User auf die Anzeigen klickt und der Betreiber der Webseite so Geld kassiert. Einzigartige oder dem User weiterhelfende Inhalte sind auf derartigen Seiten in der Regel nicht zu finden.
Auch das kürzlich implementierte Panda Update kann vor diesem Hintergrund gesehen werden. Hier ging es nämlich darum Seiten abzustrafen, die über nur wenige oder keine relevanten eigenen Inhalte verfügten.
Im Kampf gegen Spam scheint Google noch einen Schritt weiter zu gehen. So gab Matt Cutts erst kürzlich das Folgende im Hinblick auf den Content zu bedenken: Was auf einer Seite wirklich zähle, sei der Content „above the fold“ – also im oberen Abschnitt ohne scrollen zu müssen. Weiters meinte er, dass wenn die Werbung den eigentlichen Inhalt überschattet, man sich darüber Gedanken machen solle. Viele SEO Experten deuten diese Aussage so, dass es bei zu viel Werbung zu einer Abstrafung kommen kann. Soll bedeuten: Hat der User aufgrund der Werbung Schwierigkeiten dabei, sich mit dem Inhalt auseinanderzusetzen, kann das eine Verschlechterung des Rankings nach sich ziehen.
Diese These passt auch in die aktuelle Panda Update Diskussion. Einige Experten haben nämlich bereits vorher die Vermutung geäußert, dass vor allem solche Seiten abgestraft wurden, die zu viel Werbung „above the fold“ hatten. Stellt sich nur die Frage, warum Google in seinem AdSense Help Center darauf hinweist, die Werbeanzeigen „above the fold“ zu platzieren.
Schlüsse die im Hinblick auf die Suchmaschinenoptimierung gezogen werden sollten
Unabhängig davon, was der Grenzwert für tolerierte Werbung ist oder nicht, dürfte eine Sache ein weiteres Mal klar geworden sein: Google versucht seine Algorithmen immer mehr an die Wünsche und Ansprüche seines Zielpublikums anzupassen. In dieser Hinsicht muss auch für die Suchmaschinenoptimierung ein Umdenken stattfinden, welches sich schon lange andeutet. Bereits vor einigen Jahren gab es einen Shift in Richtung „Content is King“, ein erstes Anzeichen dafür, dass eine Seite zum Großteil auch für die User und nicht allein für die Suchmaschinen optimiert werden muss. Seitdem gehen nahezu alle Änderungen von Google in diese Richtung. Galt früher die Devise in erster Linie für Suchmaschinen zu optimieren und dabei die Vorstellungen der User wenn möglich zu berücksichtigen, ist das Ganze heute genau umgekehrt. In erster Linie sollte für die User optimiert werden und gleichzeitig die Suchmaschinen Ansprüche berücksichtigt werden.
01. Dezember 2011
Die Suchmaschinen und mit ihnen ihre Funktionalität sowie ihre Qualität haben seit dem ersten Aufkommen einen unglaublichen Wandel vollzogen. Doch auch wenn man nur die vergangenen Jahre betrachtet, gab es große Veränderungen. So verlor der PageRank immer mehr an Bedeutung und so waren auch die Zeiten vorbei, in denen jede Seite unabhängig vom abgehandelten Thema zu jedem nur erdenklichen Suchbegriff auf Platz 1 in den Suchergebnissen von Google auftauchen konnte, wenn die betreffende Seite nur genügend Backlinks hatte.
Aufgrund dieser Veränderungen, ist auch die Suchmaschinenoptimierung und ihre „Best Practice“ einem ständigen Wandel unterworfen, wie beispielsweise die jüngsten Updates – namens „Panda“ und „Fresh“ – unter Beweis stellen. Es ist schwierig kurz und bündig zu erklären, worauf es heutzutage bei der Suchmaschinenoptimierung ankommt, doch müsste man SEO bzw. ein gutes Ranking bei Google mit einem Wort beschreiben, so wäre dies wohl „Autorität“.
Unter Autorität werden die Qualität sowie die Seriosität zusammengefasst, welche Google einer Seite beimisst. Sie ist die Grundvoraussetzung für eine gute Platzierung, denn grob formuliert, beurteilt die Suchmaschine zunächst die Inhalte einer Webseite. Sie verlässt sich allerdings nicht nur auf ihre eigene Einschätzung sondern auch auf die der anderen, was gemeinhin unter Autorität („authority“) zusammengefasst wird.
Demnach gehört das Authority Building zu den zentralen Aufgaben der Suchmaschinenoptimierung. Speziell dem Web 2.0 ist es zu verdanken, dass es in diesem Zusammenhang in der Zwischenzeit vielfältige und innovative Kanäle gibt, die für diese Zwecke verwendet werden können.
Bevor wir uns allerdings dem Authority Building näher widmen, wollen wir uns die Bestandteile der Autorität ansehen. Es ist anzunehmen, dass unter anderem die folgenden Teile in die Ermittlung des Autoritätsstatus mit einfließen:
- Anzahl der eingehenden, qualitativen Links (wobei der Fokus auf Qualität und weniger auf Quantität liegt)
- das Alter der Domain
- die durchschnittliche Verweildauer
Authority Building und Social Media
Ein wichtiger Teil bei der Bildung eines Autoritätsstatus ist das Social Web. Aus diesem Grund sollten speziell die hier zur Verfügung stehenden Kanäle effizient genutzt werden, um die sozialen Einflussgrößen zu den eigenen Gunsten zu verwenden. Hier nun einige Tipps, wie die Autorität positiv beeinflusst werden kann.
1. Aktiv und „greifbar“ werden. Möchte man selbst zu einer Autorität in einer gewissen Branche oder Nische werden, kann man sich diesen Status nicht erschwindeln. Das bedeutet in erster Linie, sich dem Social Media Kanal zu öffnen und mit der „Außenwelt“ in Kontakt zu treten. Bereits in dieser Phase sollte man sich Gedanken darüber machen, welche Elemente notwendig sind, um vom Umfeld als Autorität oder Experte wahrgenommen zu werden. Know-How? Expertise? Zusätzlich muss das für den Social Media Bereich zuständige Personal geschult werden. Welche Tonalität wird in der Branche verwendet? Was sind aktuelle Themen und Trends? Die Beantwortung dieser Fragen ermöglicht es, qualitativ anspruchsvollen Content zu erstellen.
2. Das Zielpublikum kennen. Diese scheinbar einfache Aufgabe, kann zu einem der Knackpunkte in Sachen Social Media werden. Denn hier gilt es nicht nur herauszufinden, wie sich das Online Zielpublikum beispielsweise in Sachen Alter und Geschlecht zusammensetzt, sondern vor allem auch, wo es verkehrt. Nur wer weiß, wo er sein Zielpublikum findet und wie er es richtig anspricht, wird dazu in der Lage sein, es für sich zu gewinnen. Wird dieser Sprung nicht geschafft, wird es in weiterer Folge auch schwer werden, mit Hilfe von Social Media seinem Autoritätsstatus etwas Gutes zu tun. Aus diesem Grund gilt speziell hier, ausführliche Recherchen zu unternehmen und nichts zu überstürzten. Lieber eine Woche später online gehen und dafür die Rahmenbedingungen besser abgesteckt haben, als ins Blaue zu arbeiten und Gefahr zu laufen nicht das zu erreichen, was man sich vorgenommen hat.
3. „Teilen“ und „Liken“. Speziell bei den sozialen Netzwerken ist das Ausmaß indem die eigenen Beiträge „geliket“, geteilt und kommentiert werden eine Kennzahl dafür, ob man sich auf dem richtigen Weg befindet. Je mehr „Likes“ gesetzt und je häufiger die Beiträge geteilt und kommentiert werden, desto besser kommt die Strategie beim Zielpublikum an. Davon nehmen anschließend auch die Suchmaschinen Notiz. In dieser Hinsicht ist es günstig mit Insider-Wissen auf sich aufmerksam zu machen. Ebenso hilfreich ist es, wenn Lösungen zu bestehenden Problemen angeboten werden. Prinzipiell sollten alle Möglichkeiten genutzt werden, die nach außen zeigen, dass man selbst zu den Experten des Sektors zählt.
4. Teilnahme als Schlüsselfaktor. Nur weil gute Beiträge bei Facebook, Twitter, Google+ und Co. veröffentlicht wurden, bedeutet das noch lange nicht, dass man den Autoritätsstatus erreicht hat. Es geht darum sich möglichst viele Stammleser zu verschaffen, die regelmäßig auf die eigenen Inhalte reagieren. Dazu gehört auch, die User Aktivitäten im Auge zu behalten und speziell den eigenen Kanal bzw. die eigenen Kanäle zu warten. Antwortet ein User auf den eigenen Beitrag oder stellt er eine relevante Frage, so muss eine Antwort folgen. Die so gesteigerte Interaktion (vs. lediglich Aktion) verhilft im Anschluss daran erst zum Autoritätsstatus.
5. Ein eigenes Netzwerk aufbauen. Das bedeutet natürlich nicht, ein eigenes soziales Netzwerk ins Leben zu rufen, sondern sich innerhalb der verwendeten Kanäle ein Netzwerk aufzubauen. Das heißt in eine Austauschbeziehung mit den anderen Big Playern der Branche zu treten. Es ist ein großer Schritt, bis auch diese damit beginnen, die eigenen Inhalte zu liken oder weiterzuempfehlen. Doch wenn kontinuierlich qualitativ hochwertiger Content generiert wird, handelt es sich dabei nur um eine Frage der Zeit.
6. Qualität vor Quantität. Nach den bisherigen Ausführungen mag der eine oder andere vielleicht dazu verleitet sein, Content en masse zu produzieren, in der Hoffnung so schneller seine Ziele erreichen zu können. Doch das ist ein Trugschluss, der umgangen werden muss. Zwar sollte das Zielpublikum und das Netzwerk kontinuierlich mit Inhalten versorgt werden, allerdings ist hier eindeutig der Qualität vor der Quantität der Vorzug zu geben.
Fazit
Die Online Authority besteht aus vielen Teilen und muss mit Hilfe mindestens ebenso vieler Methoden aufgebaut werden. Neben den herkömmlichen Strategien der Suchmaschinenoptimierung spielt auch Social Media eine wichtige Rolle.
Zwar ist der Weg zum Autoritätsstatus mitunter lang und schwierig, doch er zahlt sich aus: von den Anstrengungen profitiert nicht nur das Ranking innerhalb der Suchergebnisse – mehr Traffic und mehr Conversions sind die Folge – sondern auch die Marke. Das Schöne beim Arbeiten mit Social Media ist nämlich, dass man mit echten, potentiellen Kunden in Kontakt tritt. Ist der Sprung zur Autorität dort geschafft, konnte man auch sein Zielpublikum für sich gewinnen, welches unabhängig bzw. zusätzlich zu den Suchmaschinen Rankings die eigenen Produkte und Dienstleistungen bevorzugt.
01. Dezember 2011