Monatsarchiv für April, 2011
In einer aktuellen Studie namens „2011 B2B Marketing Outlook“ erörtert Google die Frage nach den Marketing Ausgaben im B2B Bereich. Die Studie wurde in den USA zwischen September und Oktober von Ipsos OTX durchgeführt, wo insgesamt 636 B2B Marketing Manager mit Hilfe eines Online Fragebogens befragt wurden. Darüber hinaus wurden weitere fünf Marketing Manager im Zuge eines 20minütigen, qualitativen Interviews via Telefon befragt.
Eines der zentralen Ergebnisse der Studie ist, dass trotz der großen Vielfalt an Online Marketing Formen 66 Prozent der Marketing Ausgaben in traditionelle Werbeformen investiert wird. Vor diesem Hintergrund erstaunen auch die drei am häufigsten genannten Werbeausgaben nicht weiter:
Messen und Events (28 Prozent)
Messe- und Handelsbroschüren (13 Prozent)
E-Mail Marekting (9 Prozent)
Dies sollte allerdings nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass über 80 Prozent der Befragten auch in irgendeiner Form Online Marketing gezielt zur Akquirierung von Neukunden einsetzen. Sam Sebastian, Googles Direktor für den B2B Markt, geht sogar soweit zu behaupten, dass digitale Werbung mittlerweile schon zum traditionellen Marketing gehört.
Bei der Umfrage war E-Mail Marketing die Top Onlinewerbeform und macht im Schnitt 8 Prozent des gesamten zur Verfügung stehenden Budgets aus. Google Haupteinnahmequelle, die bezahlten Suchmaschineneinträge „Google AdWords“ brachten es immerhin auf 5 Prozent. Gleiches gilt für die Listung innerhalb der organischen Suchergebnisse mit Hilfe der Suchmaschinenoptimierung (SEO).
Der Großteil der befragten Marketing Manager gab darüber hinaus an, dass ihrer Meinung nach ein Mix aus traditioneller und digitaler Werbung eine effektive Symbiose ergibt. Sechs von zehn der Befragten gaben in diesem Zusammenhang an, dass offline Anstrengungen auch die online Aktivitäten positiv beeinflussen. „Sind die Werbe Anstrengungen auf dem Marketing Kontinuum gut koordiniert, werden alle Bereiche davon profitieren“.
Prinzipiell gaben über drei Viertel (77 Prozent) der B2B Marekting Manger an, dass sie für das Jahr 2011 mit einem steigenden bzw. zumindest gleichbleibenden Marketing Budget rechnen.
16. April 2011
Online Marketing ist ein Prozess, der nicht immer kontinuierlich nach vorne geht. Häufig müssen festgefahrene Methoden aufgegeben werden, um voran zu kommen. Spätestens, wenn eine der folgenden Punkte auf Sie zutrifft, sollten Sie ernsthaft darüber nachdenken, Ihre Marketing Strategie zu überdenken.
1. Inkohärenz
Ein zukünftiger Kunde hat einen langen Weg vor sich, bis er vom erstmaligen Webseiten Besucher zum konvertierenden Kunden wird. Je nachdem wie er auf den Internet Auftritt gelangt, hat er entweder eine Werbeanzeige geklickt, ein Suchergebnis oder ist der Empfehlung eines Freundes gefolgt. In jedem Fall stellt dies den ersten Interaktionspunkt dar, bei dem der User bereits einer Botschaft gefolgt ist. Genau diese Botschaft gilt es im weiteren Verlauf – sprich auf den Webseiten – weiter auszubauen, um so den User dem Lead immer näher zu bringen. Besteht auf diesem Weg irgendein Widerspruch, führt dies meist zu einem Abbruch und der Name wird negativ behaftet im Gedächtnis gespeichert.
2. Sie wissen gar nicht genau, was Ihr Ziel ist
Welche Ziele sollen mit Hilfe der Internet Werbung erreicht werden? Geht es darum die Bekanntheit zu steigern, eine Marke zu etablieren, möglichst viele Verkäufe zu erzielen, oder etwa alles zusammen? Einfach nur Werbung zu schalten, damit man für Aufmerksamkeit sorgt, hat wenig Sinn. Die eingesetzten Methoden müssen sich an einem Ziel orientieren, dem sie folgen.
3. Sie wissen nicht, wie Sie mit Ihren Kunden in Kontakt treten können
Wurde die Zielgruppe nicht klar definiert, wird es schwierig diese anzusprechen und für die eigenen Angebote zu interessieren. Doch auch wenn man genau weiß, wie sich das Zielpublikum zusammensetzt, muss man erst wissen, wie und vor allem wo man dieses am effektivsten erreichen kann. Alle Trends – zum Beispiel Social Media, SEO, SEM und ORM – mitzumachen, in der Hoffnung, dass unter den erreichten Personen auch ein Teil der Zielgruppe dabei sein wird, kann den finanziellen Ruin bedeuten, da der Streuverlust viel zu groß ist.
4. Sie sprechen nur von sich selbst
Spätestens seitdem das Web 2.0 ein fixer Bestandteil des World Wide Webs ist, darf Werbung nicht mehr nur eine einseitige Kommunikation sein. Effektive Werbung bedeutet den Kunden in die Produkt- und Unternehmensentwicklung mit einzubauen und somit auch aktiv in die Werbung zu integrieren. Besteht das Online Marketing lediglich aus übermäßiger Selbstdarstellung, fühlt sich vor allem die „Generation Facebook“ nicht angesprochen.
5. Die Mitbewerber machen alles besser
Das wohl eindeutigste Zeichen dafür, an der eigenen Online Marketing Strategie arbeiten zu müssen, ist, wenn man selbst zum Schluss kommt, dass die Konkurrenz eigentlich (fast) alles besser macht. Ist es einem nicht möglich seine USP zu kommunizieren und sich somit auch nicht von den Mitbewerbern abzuheben, ist es nahezu unmöglich, sich auf Dauer behaupten zu können.
Es ist im Interesse jedes Werbetreibenden diese Signale zu beachten, da sonst Investitionen in Werbeformen getätigt werden, die so gut wie keinen Nutzen haben.
11. April 2011
Google scheint sich von Facebook & Co. mehr und mehr bedroht zu fühlen. Schließlich hat sich mit dem sozialen Netzwerk eine Plattform entwickelt, die für einen großen Teil der Internet Nutzung verantwortlich ist. Dies konnte sich bisweilen fast nur Google an die Haustür schreiben. Erschwerend hinzu kommt die Tatsache, dass sich innerhalb von Facebook tagtäglich neue Trends und Hypes entwickeln, von denen Suchmaschinen nur schwer Notiz nehmen können. Zwar werden mittlerweile Facebook Statusmeldungen ausgelesen und indiziert, die Zusammenhänge und Auswirkungen können aber nur äußerst schwer identifiziert werden.
Bildlich gesprochen ist Facebook eine Party, zu der Google nicht eingeladen ist und diese nur durch ein Schlüsselloch beobachten kann. Was also tun? Der Suchmaschinenprimus ist dafür bekannt sich mit Unzufriedenheit nicht abzufinden. Frei nach dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“ geht Google nun mit einem eigenen Empfehlungsdienst an den Start, um so seine eigenen Party zu feiern. „Google +1“ soll, ähnlich dem „gefällt mir“ Button bei Facebook oder den „Retweets“ bei Twitter, Usern die Möglichkeit geben, Suchergebnisse zu bewerten. Der „+1“ Button kann von allen Nutzern eines öffentlichen Google Profils verwendet werden und wird automatisch auf den Suchergebnisseiten ausgeliefert. Wird der Knopf geklickt, erfahren die eigenen Google Kontakte davon. Darüber hinaus sollen auch alle anderen davon profitieren.
Googles Mühlen mahlen langsam
Besonders eilig scheint es Google derzeit allerdings noch nicht zu haben. Der „+1“ Button wurde nämlich erst in den Google Labs einigen wenigen US-amerikanischen Bürgern zum Experimentieren zur Verfügung gestellt. Wann das Ganze dann standardmäßig in die Suche integriert wird, steht zum gegebenen Zeitpunkt noch nicht fest.
Google muss schnell reagieren, denn schließlich hat Facebook bereits damit begonnen, Werbe Anzeigen zu schalten – bekanntlich Googles Haupteinnahmequelle. Zudem besteht die Gefahr, dass Facebook über kurz oder lang einen Suchdienst integrieren könnte, welcher sich als ernstzunehmende Konkurrenz entpuppt.
Auswirkungen auf das Online Marketing
Nachdem Google bereits damit begonnen hat, seine Suchergebnisse um Posts von Freunden aus sozialen Netzwerken zu erweitern ist der „+1“ Button nun der nächste Schritt in Richtung Social Media. Sofern User auf die neue Funktion anspringen, wird „Google +1“ eine wichtige Rolle im Online Marketing spielen und dazu beitragen, dass die Grenzen zwischen Social Media Marketing und Suchmaschinenoptimierung noch weiter verwischen.
Für SEM-Kampagnen wichtig ist die Tatsache, dass der „+1“ Button auch hier integriert werden soll. Welche Auswirkungen dies auf den Qualitätsfaktor und somit auf die Anzeigenposition sowie den Klickpreis haben wird, kann zur Zeit noch nicht abgesehen werden.
05. April 2011