Tagesarchiv für den 16. Juli 2008

Lyons Stadtbibliothek wird von Google digitalisiert

Die Digitalisierung der Stadtbibliothek von Lyon ist das erste Vorhaben dieser Art von Google in Frankreich. Über 450.000 Bücher sollen ab dem zweiten Halbjahr des Jahres 2009 ins Internet gestellt werden.Lyon selbst hat Google zur Digitalisierung ihrer Stadtbibliothek ausgewählt. Lyon ist somit die erste Stadt in Frankreich, die eine solche Digitalisierung einer privaten Firma anvertraut und nicht auf digitale europäische Bibliothek wartet. Gerard Collomb – der Bürgermeister von Lyon – hatte keine Lust mehr zu warten, bis die Digitalisierung aufgrund von europäischen Fonds erfolgt, denn das könnte noch weitere 20 Jahre dauern.

Ein ähnlich Projekt lief bereits 2005 mit der Bibliothek Nationale de France, wurde dann aber nach heftigen Diskussionen abgelehnt. George Kepenekian – der Kulturstadtrat von Lyon – sieht das Unternehmen dieses mal allerdings nicht in Gefahr, da sich seit dem Jahr 2005 einiges getan habe. So haben mittlerweile viele große Bibliotheken die Digitalisierung in Zusammenarbeit mit Google gemacht und so sehe man Freude in die Zukunft.

Das Kulturministerium in Paris hat diese Initiative zur Kenntnis genommen. Von Seiten von Google sagt Philippe Colombet – der Leiter der Google.fr Bibliothek Abteilung -, dass er froh sei, dass nun mehr französisch-sprachige Titel in die Datenbank aufgenommen werden können und betont weiters, dass sich sicher viele Wissenschaftler aus aller Welt für die Schriften der jesuitischen Sammlung der Fontaines interessieren werden.

Die Digitalisierung der besagten mehr als 450.000 Bücher will Google innerhalb der nächsten zehn Jahre beendet haben. Google macht das Ganze kostenlos und kann im Gegenzug dazu die Bilder in seinem Katalog aufführen. Darüber hinaus wird dieser Katalog auch auf der Seite der Stadtbibliothek von Lyon online sein.

Neben der Bibliothek von Lyon gibt es noch viele weitere Prominente Beispiele, wie etwa die Universitätsbibliothek von Harvard, Madrid oder Oxford.

jetzt kommentieren? 16. Juli 2008

Yahoo!s Unabhängigkeit wird von Google unterstützt

Eric Schmidt – Vorstandschef von Google – erklärte am Donnerstag im Zuge einer Medienkonferenz in Sun Valley (Idaho) vor den Journalisten, dass er weiterhin für die Unabhängigkeit der Suchmaschine Yahoo! sei. In Folge dessen werde Google Yahoo! auch weiterhin dabei unterstützen die Übernahmeangebote von Microsoft zurückzuweisen.Es sei vor allem eine Frage des gesunden Wettbewerbs. So sei nach Auffassung von Google ein unabhängiges Unternehmen Yahoo! besser für diesen gesunden Wettbewerb. Dieser Wettbewerb sei vor allem auch für die Endverbraucher von Nutzen, denn er treibt Innovationen voran.

Am 3. März dieses Jahres hat Microsoft sein Angebot zum Kauf von Yahoo! bereits zurückgezogen. Yahoo! hatte dieses nämlich als zu niedrig abgewiesen. Am 1. August besteht die Möglichkeit, dass bei der Hauptversammlung der Aktionäre Yahoo!s der Verwaltungsrat gestürzt wird und Microsoft in Folge dessen einen neuen Übernahmeversuch starten könnte. Eine Neubesetzung des Verwaltungsrates wäre vor allem im Sinne des Großaktionärs Carl Icahn, der sich schon immer für die Übernahme Microsofts und gegen die Kooperation mit Google ausgesprochen hatte.

Bleibt also gespannt auf den 1. August zu warten und zu sehen, wie sich die Dinge weiter entwickeln. Yahoo! wird alles daran setzen unabhängig zu bleiben. Das wäre auch für Google von Vorteil und so wird das Unternehmen versuchen Yahoo! in diesem Vorhaben zu unterstützen. Microsoft andererseits wird nichts unversucht lassen, Yahoo! doch noch übernehmen zu können und Google eins auszuwischen.

jetzt kommentieren? 16. Juli 2008

Google Street View kommt nach Berlin

Im Moment sieht man auf Berlins Straßen eine Vielzahl von dunklen Kleinwagen, die auf ihren Dächern mit Hilfe von Teleskopmasten spezielle Kameras montiert haben und im Schritttempo durch die Stadt fahren. Diese Fahrzeuge sind im Dienste von Google unterwegs und lichten dabei alle Straßenzüge von Berlin für das Projekt Street View ab. Schon bald wird das Ergebnis dieses Unternehmens für jedermann im Internet ansehbar sein. Stefan Keuchel – Google-Sprecher – ist begeistert und sieht in der Abfotografierung Berlins Straßen eine neue Art der Stadterschließung. Der Beauftragte für Datenschutz der Stadt Berlin sieht dieses Projekt allerdings weniger positiv.Keuchel sieht in Google Street View eine Erweiterung des bereits allseits bekannten Features Google Maps. Mit Hilfe von Google Street View ist es Nutzern möglich, im virtuellen Rahmen durch die Straßenzüge der Stadt zu wandern. In den USA wurden bereits über 40 Metropolen für das Projekt abgelichtet und lassen sich auf die selbe Weise erkunden. Berlin ist momentan aber nicht die einzige Stadt, die in Street View aufgenommen wird. Neben Berlin werden auch Frankfurt und München abfotografiert. Es sei von großem Vorteil sich eine Stadt vor dessen Besuch etwas genauer anzusehen und sich mit ihr etwas vertraut zu machen, so Keuchel.

In den Kameraaugen der Fahrzeuge, die für Google Street View unterwegs sind, befinden sich elf Linsen, die eine 360 Grad Aufnahme der einzelnen Straßen ermöglichen. Eine bewegte Reise durch die Stadt ist allerdings nicht möglich, sondern lediglich von einer 360 Grad Ansicht zur nächsten.

Datenschützer sehen eher die negativen Aspekte des Projektes. So sei es möglich anhand der Straßennamen und – nummern in Erfahrung zu bringen, wo jemand wohnt. Im Zeichen des Datenschutzes macht Google Gesichter und KFZ-Kennzeichen bereits unkenntlich, denn bereits in den USA haben sich Bürger darüber beschwert, ohne deren Zustimmung abgelichtet worden zu sein.

Zur Unkenntlichmachung der Gesichter, verwendet Google eine Software, die in der Lage ist Gesichter unkenntlich zu machen und diese dann anschließen verpixelt. Aufgrund dessen, werden sicherlich nicht alle Gesichter unkenntlich gemacht werden können, da die Software nicht alle Gesichter erkennen kann.

Google Street View ist sicherlich eine nette Spielerei, aber für viele vielleicht doch schon etwas zu viel. Denn wenn ich mir eine Stadt quasi so anschauen kann, als wenn ich dort wäre, warum muss ich dann überhaupt noch dorthin fahren?

jetzt kommentieren? 16. Juli 2008