Tagesarchiv für den 30. Juni 2008

Neues von Yahoo!

Carl Icahn, Yahoo!s Großinvestor, hat seinen Unmut über die beschlossene Zusammenarbeit mit Google und die Ablehnung des Übernahmeangebots von Microsoft erneut Luft gemacht. Kurz vor der Hauptversammlung, die am 1. August ansteht, betont Icahn erneut, dass er weiterhin für eine „freundliche” Übernahme von Microsoft ist. Bei der Hauptversammlung wird er auch neue Direktoren für Yahoo! vorschlagen, die ihm in diesem Zusammenhang ebenfalls den Rücken decken werden. Darüber hinaus fordert er den Rücktritt des Yahoo!-Chefs Jerry Yang.Des weiteren hat er erneut Kontakt mit Microsoft aufgenommen und rief die dazu auf, über eine Alternative zur geplanten Komplettübernahme Yahoo!s nur nachzudenken, wenn gewährleistet werden könne, dass die Aktienkurse des Internetunternehmens wieder einen Wert von 33 Dollar erreichen (der momentane Kurs zirka beträgt 21 Dollar.). Das entspricht dem Kaufpreis, der von Microsoft anfangs geboten wurde. Yahoo! lehnte damals allerdings dieses 47,5 Milliarden Dollar schwere Angebot Microsofts als zu wenig ab.  

Abgesehen von den Wünschen und Vorstellungen Icahns spielt sich auch sonst momentan einges im Unternehmen ab. Yahoo! will seine Geschäfte grundlegend umbauen, um so auf den steigenden Druck der Aktionäre und der Konkurrenz zu reagieren. So soll in Zukunft die Produktentwicklung eine zentrale Rolle in der Unternehmenspolitik einnehmen. Im Zuge der Umstrukturierung soll es künftig drei zentrale Sparten innerhalb des Unternehmens geben. Erstens die bereits erwähnte Produktentwicklung (Audience Product Division). Zweitens das US-Geschäft und drittens die interne Strategie und die Datennutzung.

Jerry Yang will so die Popularität und den Marktwert des Unternehmens in Bezug auf Internetsuche und Internetwerbung wieder in Schwung bringen.

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Google News als „Ladenhüter”

Normalerweise ist man gewohnt, dass alles was Google in die Hand nimmt zu Gold wird. Google News dürfte hier die Ausnahme der Regel sein.Trotz dass sich zahlreiche Zeitungsverleger bereits Horror-Szenarien ausgedacht haben, welchen möglichen Schaden das Google News Feature für sie anrichten könne, blieb der große Erfolg für das Feature bisher aus. Die News-Suche ist bei weitem nicht so populär wie andere Google Features. Bereits seit sechs Jahren existierend, kämpft Google News immer noch aus den Kinderschuhen hinaus und über die Mittelmäßigkeit zu kommen. Vor allem schafft es das Feature allerdings nicht, sich von der Konkurrenz abzuheben und diese abzuhängen.

Auch an Kritik wird nicht gespart. Vor allem die zäh vorangehende Aktualisierung der News wurde hier als negativ beurteilt. So dauerte es über eine Stunde, bis man eine Nachricht auf Google News sah, in der der Tod der amerikanischen NBC-Legende „Tim Russert” nachzulesen war.

Experten sehen auch keine all zu baldige Änderung dieses Zustandes. Viel mehr Potential hätten da Gmail und oder Google Maps. Ein Grund hierfür sei unter anderem auch das schleppende Wachstum des News-Angebots.

Immerhin kam Google News im Mai auf 11,4 Millionen Nutzer in den USA. Das ist Platz acht aller Newsportale in den USA. Sogar Yahoo! – normalerweise hat das Unternehmen immer das Nachsehen – hatte in der Vergleichszeit 35,8 Millionen Benutzer und nahm Platz eins ein. Schaut man sich das jährliche Wachstum an, bleibt das ebenfalls weit hinter der Konkurrenz zurück. 10 Prozent im Jahr sei zu wenig um ernsthaft mitkonkurrieren zu können.

Ein ähnlich gescheitertes Projekt Googles zeigt, dass es auch der Riese schwer hat, etwas Neues in den Markt zufriedenstellend zu integrieren. So floppte auch mehr oder weniger die Video-Plattform Googles.

Dass Google News im Moment von den Usern noch nicht so angenommen wird, sieht man auch darin, dass Google bislang noch keine Werbeanzeigen auf den News-Seiten geschalten hat. Traut man allerdings Gerüchten, so ist dies bereits in Arbeit. Google versucht sich indes „herauszureden” und so sagte Marissa Meyer – der Vice President ‚Search and User Experience’ bei Google -, dass bei einem Userportal weniger der Traffic, als vielmehr die Qualität zähle.

Auch wenn Google News im Moment noch nicht so der Renner ist, meinen Experten, dass es sich langsam etablieren wird und durch den Rückhalt des Internetriesen Google auch die nötige Ausdauer besitzt.

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Ist DMOZ noch aktuell?

DMOZ ist wohl eines der größten und redaktionell geführten Webverzeichnisse des Internets. Dabei wird das Webverzeichnis nicht von bezahlten Mitarbeitern in Schuss gehalten sondern ausschließlich von ehrenamtlichen Editoren.Der Einfluss des Verzeichnisses hat in den letzten Jahren zwar stark an Einfluss verloren, dennoch gehört für viele SEOs ein Eintrag bei DMOZ einfach dazu.

Dabei dauert es eine ganze Weile bis der Eintrag durchgeht. Wenn man einen Antrag gestellt hat, ist dies auch noch keine Garantie, dass man auch aufgenommen wird. Die Richtlinien sind streng und meist bekommt man auch keine Benachrichtigung, dass man aufgenommen worden ist und schon gar keine, wenn man nicht aufgenommen wird. Es bleibt einem also nichts anderes über, als immer wieder selbst zu kontrollieren, wie der aktuelle Stand der Dinge ist. Wahrscheinlich nicht zu letzt auch aus diesem Grund werden immer wieder Stimmen laut, die behaupten, dass ein DMOZ-Eintrag nur noch über Bestechungsgeld funktioniert.

Nun gab es eine Studie, die sich mittels archive.org das DMOZ-Verzeichnis einmal etwas genauer angesehen hat. Mit archive.org kann man einen Blick in die Vergangenheit des Internets werfen und nachschauen, wie es in der Vergangenheit ausgesehen hat.

Hier wurde klar ersichtlich, dass gewinnbringende Kategorien, wie zum Beispiel „SEO” oder „Internet”, häufig aktualisiert werden und darüber hinaus auch gut gewartet sind. Aus der Studie geht heraus, dass Kategorien, die für die Editoren wenig bis gar nicht gewinnbringend sind, auch nicht aktualisiert und gewartet werden. Das umfasst beispielsweise die Kategorien „Malerei” oder „Nachschlagewerke”.

Zusammenfassend will diese Studie belegen, dass DMOZ keinen Aktualität mehr besitzt und nur von Editoren zum Geld machen benutzt wird. Die „Beweise” deuten darauf hin, lassen diesen Schluss allerdings nicht eindeutig zu.

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